Vorbilder |
Eigentliche Vorbilder gab es an sich nicht, kein Maler war so faszinierend, daß er mich vollständig eingenommen und mich dazu gebracht hätte, seinen Stil bedingungslos zu kopieren. Aber es gab viele, deren Bilder mich sehr berührten, von denen ich mir einen Aspekt mitnahm. Wer gesehen hat, was ich male, wird sofort schließen, daß nur Maler des 19. Und 20. Jahrhundert zu diesen Einflußgrößen zählen. Anfangen sollte man mit Renoir, der mich durch seinen konsequenten hedonistisch wirkenden Ästhetizismus in Form und Farben beeindruckte, der Besuch in seiner Villa in Cagnes-sur-Mer, wo er seine letzten 20 Lebensjahre verbrachte, bestätigte meinen Eindruck von einem eher sonnigen Künstlerleben. Ähnlich erlebte ich auch den verträumten bunten Franz Marc, der in fast zu schönen Farben wilde Formen auf die Leinwand warf, bei ihm konnte ich eine wilde Emotionalität erahnen, die ihn mir sehr verwandt erscheinen ließ. Die Farbgebungen der Expressionisten und Surrealisten in den Jahren 1910 bis 1930 erlebte ich als besonders klar und lebendig, mit Grau und Braun konnte ich zumindest in den letzten zehn Jahren nicht allzu viel anfangen, ebenso kalte oder "giftige" Kontraste waren mir eher zuwieder, farblich liebte ich die warmen provencalischen Flächen Cezannes, die kubistischen Nordafrika-Ausflüge von Paul Klee und August Macke, die düster-warmen Frottagen von Max Ernst, technisch faszinierten die frühen kubistischen Werke von Fernand Leger (dessen spätere Arbeiten mir gar nichts sagen!) sowie die Frühwerke (kubistischer Art) von George Bracque und Picasso. Monet fazinierte nicht nur durch Motive sondern auch die Formatgrößen, vor allem die Rotunden in der Orangerie zogen mich bei jedem Paris-Besuch an. Zahlreiche weitere Namen tauchen auf, darunter illustre wie Sisley, Malevich, Modigliani, Kandinsky, Feininger, Grosz und Nolde, aber auch unbekanntere Größen wie z. B. die Skandinavier Otto Makilä, Kimmo Kaivanto, Helene Schjerfbeck oder Sandberg. |